„Eigentlich wollte ich zum Sport, aber meine Couch fühlt sich sooo gemütlich an“
„Eigentlich müsste ich nach der Arbeit zur Post, aber meine Freunde treffen sich alle beim Italiener“
Jedes „Aber“ nach dem Komma, macht den ersten Satz zunichte.

Wir bekommen sehr schnell Gewissensbisse, wenn wir uns gerade dabei erwischen dem Schweinehund die Bestimmung zu überlassen. Der Termin sich zum Sport aufzuraffen ist schon lang fällig. Wieso aber fällt es uns so schwer, unseren inneren Schweinehund zu überwinden?

Es fängt damit an, dass wir die bevorstehenden Tätigkeiten mit wenig Wert zollen. Bei dem Gedanken etwas auszuführen was anstrengend und wertlos zu sein scheint, überkommt uns die Unlust. Sich dann aufzuraffen, fällt uns logischerweise schwer. Wenn jedoch unwichtige Erledigungen anfangen dringend zu werden, beraubt es uns künftig an nützlicher Zeit, die wir sicherlich kostbarer verbringen können.

Der Wurm liegt niemals in den Akt der Erledigungen, sondern nur in unserer eigenen Wahrnehmung. Die bevorstehenden Tätigkeiten sind nämlich überhaupt nicht anstrengend. In Wahrheit sind wir nur zu faul unseren Hintern hoch zu kriegen. Aber jede Aufgabe hat tatsächlich was wertvolles in sich.

Statt faul auf der Coach rumzuhängen und seine Zeit stattdessen aktiv zu verbringen, wie beispielsweise Ordnung im Haushalt schaffen, hat etwas bereinigendes für unsere Seele.
Erledigungen wie Rechnungen zahlen oder zur Post gehen sind zwar wirklich ätzend, aber wenn wir zulassen, dass diese ätzenden Kleinigkeiten dringend werden, wird der Schweinehund umso stärker. Dann fällt es uns nämlich erst recht schwer, unseren Allerwertesten von der Couch zu schwingen. Beseitigen wir diese Aufgaben sofort, gewinnen wir künftig nützliche Zeit und unser Gemüt bekommt mehr Raum für die Dinge worauf wir tatsächlich Lust haben. Prokrastination führt nämlich nur dazu, dass sich Aufgaben anhäufen und uns auf penetrante Art dazu auffordern diese zu erledigen.

Von der Couch ins Fitnessstudio wäre natürlich das non plus Ultra der Gefühle. Der ganze Balast den wir aus verschiedenen Bereichen unseres Lebens mitnehmen, (Arbeit, Beziehung, Selbstständigkeit ect…) wird entladen – Ausgeglichenheit folgt.
Und genau darum geht es doch, findest Du nicht? Schlicht einen Ausgleich zwischen Seele und Körper zu schaffen!
Gerade wenn es darum geht Sport zu treiben, haben viele Personen mit der Überwindung zu ringen. Anfänger haben mit einer zu hohen Erwartungshaltung zu kämpfen und Fortgeschrittene können es nicht wahr haben, dass ein gutaussehender Körper ständig trainiert werden muss.

Die Belohnung aber, die wir dafür bekommen uns letztendlich doch aufzuraffen, ist IMMER größer als die Überwindung. Die Ausschüttung der Glückshormone nach dem Sporttreiben sind wesentlich stärker als die, die uns gefangen auf der Couch festhalten.

Wenn wir es also schaffen im entscheidenden Moment, positive Verknüpfungen zwischen den Aktivitäten und dem Danach-Gefühl herzustellen, dann wird die Vorstellung sich ins Training aufzuraffen oder andere Aufgaben zu erledigen als sinnvoll empfunden.

 

Kleine Hausaufgabe für Dich
Beobachte Dich bei einem bestimmten Vorhaben und versuche zu erkennen wann genau (in Zusammenhang mit der Aktivität) dein Schweinehund eintritt und wie Du Dich dabei fühlst. (antriebslos, lustlos, faul, ect.)
Treffe aus Trotz bzw. auch aus Neugier zur Aufgabe, die Entscheidung das Vorhaben auszuführen. Beobachte Deinen Gefühlszustand dann erneut, wenn Du die Aufgabe erledigt hast.