Wenn man einem Kampfsportler gegenüber steht, erscheint sofort der Gedanke; „mit dem sollte ich mich lieber nicht anlegen“. Kampfsportler sind an sich ganz normale Menschen. Nur das eben erwähnt wird ein „ganz normaler Mensch“ zu sein, hinterlässt einen fragwürdigen Gedanken. Aber wie soll sonst erklärt werden, dass Kampfsportler wirklich ganz normale Menschen sind? Menschen die Herausforderungen anpacken.

 

Diesen Blog, werde Ich aus meiner persönlichen Sicht beschreiben und nicht ganz in verallgemeinerter Form verfassen. Es wäre trotzdem schön wenn Ich den ein oder anderen Kritiker damit überzeugen könnte.

Ich finde es sehr schade, dass Kampfsportler (Boxen, Kickboxen oder MMA) so negativ betrachtet werden. Für viele Leute sind Kampfsportler dumm, aggressiv und kriminell. Sie empfinden uns als gewalttätig, kompromisslos und unberechenbar. Außer zuschlagen haben wir nichts auf den Kasten. Uns wird sehr oft nachgeworfen, dass wir zwischenmenschliche Auseinandersetzungen nur mit unseren Fäusten klären können. Diskussionen gehen wir aus dem Weg, weil wir den verbalen Schlagabtausch aufgrund unseres beschränkten Wortschatzes nicht gewachsen sind. Und wenn uns schwierige Situationen konfrontieren, regeln wir es lieber mit unserem Körper, statt mit unserem Verstand.

Ich muss euch da leider enttäuschen.
Die Attribute die im Kampfsport vermittelt werden, sind ausschlaggebende Elemente für Persönlichkeitsentwicklung und zwischenmenschlicher Umgang. Respekt, Rücksichtnahme, Unterstützung, Wir-Gefühl, Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, sind Werte die ein Kampfsportler in jeder Trainingseinheit vermittelt bekommt. Der Trainer bringt sie an den Mann und in der Partnerübung werden diese dann praktiziert. Im Training sowie im Wettkampf selbst, geht es zwar hart zur Sache, dennoch bedienen sich beide Parteien den von der Reglementierung festgelegten Techniken. Schlagen und/oder Treten.

Angriffe wie Kopfstöße, Tiefschläge oder Beißen sind ein klarer Regelverstoß – Kämpfer die zu solchen unerlaubten Techniken greifen, werden disqualifiziert.

Wie oft zu solchen Handlungen gegriffen wurde, kann an einer Hand abgezählt werden.

Wenn wir Kampfsportler uns bei der Belehrung gegenüber stehen und uns beobachtend in die Augen sehen, können wir (nur bei emphatischen Menschen möglich) erkennen, welche Gefühle den anderen beschäftigen. Ist er nervös, cool oder selbstsicher? Selbst bei verunsicherten Gegnern, habe Ich bisher keinen Kampfsportler erlebt der einen Kampf, bevor er beginnen würde, abbricht. Ein ganz klares Zeichen dafür, dass wir uns schwierigen Aufgaben stellen.

Dieser Sport mag für Kritiker geschmacklos und brutal sein. Sie kennen eben nur eine Seite dieses Sports. Sie sehen nur, dass sich zwei Menschen schlagen und um den Sieg ringen. Für die Fans ist es unterhaltsam. Für die Kampfsportler selbst, ist es immer wieder aufs neue eine bevorstehende Herausforderung, die mit Bravour bestanden werden will. Denn genau DASS ist es, was uns als Kampfsportler ausmacht.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder in uns eine verborgene Seite hat, mit der er noch nicht so recht umzugehen vermag. Wie viele Menschen gibt es, die ihrer (eigenen) Angst nicht gewachsen sind? Wie viele Menschen gibt es, die aufgrund ihrer unglücklichen Vergangenheit so viel Wut und Trauer in sich tragen? Das richtige Werkzeug um damit umzugehen tragen wir bereits in uns. Doch nicht jeder hat das Glück einen Menschen zu kennen, der einem zeigt, diese Werkzeuge auch richtig einzusetzen. In Kampfsportarten wie Boxen oder Kickboxen, werden all diese Misstöne sofort kanalisiert. Es wird einem sehr viel Kontrolle und Körperbewusstsein abverlangt. Denn eines ist hier ganz sicher: Wer hier unkontrolliert ist, muss mit Niederschlägen rechnen.